Bezirkskantor

 

Markus Eichenlaub

Markus Eichenlaub ist seit Juni 2026 als Kirchenmusiker und Bezirkskantor an der Jesuitenkirche in Heidelberg tätig. In dieser Funktion trägt er die künstlerische Gesamtverantwortung für die traditionsreiche Cappella Palatina sowie für weitere Vokal- und Instrumentalensembles und die beiden prachtvollen Kuhn-Orgeln.
Die Berufung nach Heidelberg bildet die konsequente Weiterführung einer lebenslangen musikalischen Leidenschaft, deren Wurzeln in der Kindheit liegen: Geprägt durch die frühe Mitwirkung im Kinderchor seines Vaters, entwickelte er schon früh ein tiefes Bewusstsein für die Ausdruckskraft und existentielle Bedeutung der menschlichen Stimme. Diese frühe chormusikalische Prägung blieb stets das emotionale Fundament seines Schaffens. Sie führte schließlich zu dem Entschluss, neben der Orgelmusik insbesondere der Vokalmusik wieder eine zentrale Rolle in seinem Künstlerleben einzuräumen, was folgerichtig den Impuls für seine Bewerbung in Heidelberg gab.
Neben seiner Funktion als Domorganist am Kaiser- und Mariendom (2010–2026) lag ein wichtiger Baustein seines dortigen Wirkens in der Gründung und Leitung des Kammerchors der Diözese Speyer, den er in seiner Funktion als Diözesankirchenmusikdirektor (2010–2018) ins Leben rief. Unter seiner Führung erarbeitete das renommierte Vokalensemble in bis zu drei Projekten pro Jahr anspruchsvolle Chorliteratur und setzte glanzvolle Akzente im überregionalen Kulturleben. Zudem zeichnete er in Speyer als Projektleiter für die „Kathedralklänge“ (2024) verantwortlich, bei denen sämtliche Bruckner-Sinfonien in den Domen von Speyer, Trier und Mainz erklangen.
Zuvor bündelte er seine dirigentischen und pädagogischen Fähigkeiten bereits parallel zu seiner Tätigkeit als Limburger Domorganist (1998–2010) sowie während seiner zehnjährigen Professur für Orgelliteratur und Liturgisches Orgelspiel an der Essener Folkwang Universität der Künste (2000–2010). Fundiert ausgebildet von den Professoren Jon Laukvik und Pieter van Dijk an den Musikhochschulen in Karlsruhe, Hamburg und Stuttgart, schloss er sein Studium der Kirchenmusik und Orgel (Konzertexamen) mit mehreren Auszeichnungen ab.
Neben wegweisenden zyklischen Aufführungen der Orgelgesamtwerke von Bach (2000), Widor (2012) und Franck (2022) bildet die Symbiose aus Instrumentalspiel und Gesang den roten Faden seiner Arbeit. Dies zeigt sich sowohl in seiner Liebe zur Chorleitung als auch in der regelmäßigen kammermusikalischen Zusammenarbeit mit profilierten Gesangssolisten wie Klaus Mertens (Bariton) und Julia Kleiter (Sopran).
Als Gewinner des renommierten 1. Preises beim „Internationalen Schnitger-Wettbewerb“ in Alkmaar (Niederlande) sowie als gefragter Juror und Kommissionsmitglied genießt Markus Eichenlaub international hohes Ansehen. Eine umfangreiche Diskographie dokumentiert sein vielseitiges künstlerisches Schaffen, das in der Heidelberger Jesuitenkirche nun eine neue Heimat gefunden hat.